Geschichtlicher Überblick über die Entstehung
der Latin Musik
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Latin music beinhaltet unzählige Stilrichtungen und Begriffe die eines gemeinsam haben: die Verschmelzung von afrikanischen Rhythmus- bzw. Musikstrukturen mit Harmonien bzw. Musikstrukturen aus Europa und anderen Teilen der Welt. Eine
der bekanntesten Begriffe der latin
music birgt widerum eine undendliche Palette von Stilen: die Salsa.
Wenn man von Salsa spricht, kommt man unweigerlich auf Cuba als Ursprungsland. Natürlich spielen auch Puerto Rico, Venezuela, Mexico und schließlich New York als Schmelztiegel der Kulturen und Musikstile eine große Rolle. Doch die wichtigsten Impulse und Grundlagen der Salsa kamen aus Cuba. Die cubanische Musik entstand aus einer Verbindung von zwei großen Kulturen: der afrikanischen und der hispanischen, also der spanisch beeinflußten Kultur Lateinamerikas. Diese bestand nicht etwa nur aus Großgrundbesitzern. Zu ihr gehörten beispielsweise auch die Gitanos, spanische Zigeuner. Sie wurden, mehr noch als Juden und Mauren, im iberischen Mutterland gnadenlos verfolgt, getötet oder gezwungen, in die Neue Welt auszuwandern. Ihre Musik, aus der später unter anderem der Flamenco enstand, verbreitete sich mit ihnen über ganz Lateinamerika. Eine weitere Gruppe mit ausgeprägter Kultur waren die Canarios, die Ureinwohner der Kanarischen Inseln.Sie steuerten ebenfalls ihren Teil zur Entwicklung der Lateinamerikanischen Musik bei. Die ersten Canarios erreichten bereits mit Columbus als Sklaven die Neue Welt. Als verarmte Bauern wanderten die Canarios später in Cuba, Venezuela, Puerto Rico und andere Länder Lateinamerikas ein. Ihr Beitrag zur Musikkultur war eine spezifische Art des Gesangs und die Verwendung des Tiples, eines Saiteninstrumentes vergleichbar der abendländischen Mandoline. Die eher rhythmisch orientierten Elemente cubanischer Musik haben ihren Ursprung in Afrika. Die afrikanische Tradition in der Musik und Religion konnte sich in der Karibik wie in ganz Lateinamerika unverfälschter und nachdrücklicher erhalten als in Nordamerika. Die spanischen und französischen Herren ließen ihren Sklaven in dieser Hinsicht erheblich mehr Freiheiten als die puritanisch-protestantischen Nordamerikaner. Die nach Cuba verschleppten Sklaven stammten im Wesentlichen aus drei afrikanischen Kulturen. Yoruba, aus dem Gebiet des heutigen Nigeria, Bantu aus dem Kongo und Angola und Carabali aus Camerun. Dazu kamen noch Gruppen verschiedener Mande-Völker aus dem alten Kaiserreich Mali, Ewe-Fon aus Dahome, dem heutigen Benin und Fanti-Ashanti aus dem alten Ghana. Sie unterschieden sich deutlich in Sprache, Religion und Musik. Aber für alle war und ist Musik fester Bestandteil des religiösen und sozialen Lebens. Aus der Religion der Yoruba wurde auf Cuba der heutige Kult der Santeria. Typisch für die Santeria sind die Bata-Trommeln. Batas werden von zwei Seiten bespielt.Sie treten im Dreier-Satz auf: Iya, Itotele und Okonkolo. Der Rhythmus der drei Trommeln verzahnt sich zu einem kunstvollen, mehrschichtigen Rhythmusgeflecht. Von den Bantu stammen die Lieder und Tänze der Yuka. auch hier werden drei Trommeln verwendet, ausgehölte Baumstämme, auf die Felle genagelt wurden. Das dritte afrikanische Volk und das am wenigsten bekannte sind die Carabali. Sie organisieren sich in Männergeheimbünden, auf Cuba Abakua oder Ñañigos genannt. Sie benutzen eine spezifische Art der Trommeltechnik, indem sie mit Stöcken nicht nur auf dem Fell sondern auch auf dem Körper der Trommel spielen. Neben afrikanischen Sklaven und spanischen Großgrundbesitzern bestand die Bevölkerung Cubas aus der Masse armer Bauern. Ihre Herkunftsländer waren die Kanarischen Inseln und das spanische Galizien. Die Musik dieser armen Landbevölkerung nennt man Punto Cubano. Sie wird mit Gitarre, Tres - einer Abwandlung des kanarischen Tiple, Claves und Guiro gespielt. Form und Gesang lassen deutlich den kanarischen Einfluß erkennen. Im cubanischen Son verschmelzen Elemente der afrikanischen Musik mit denen der Landbevölkerung. Saisonarbeiter, die nach der Zuckerrohrernte auf der Suche nach Arbeit waren, brachten den Son in die Städte. Um die Jahrhundertwende entwickelten sich feste Enembles vom Sexteto, Septeto, Conjunto mit Piano bis zur Orchestra Jazz Band. Während seiner Entwicklung nahm der Son dann andere Musikformen in sich auf wie Cancion oder Bolero, Montuno, Danzon, Guajira und Guaracha. Noch vor 1930 brach in der ganzen westlichen Welt das sogenannte Rumba-Fieber aus. Tourneen cubanischer Orchester verbreiteten ihre Musik weltweit. Mit echter cubanischer Rumba hatte sie allerdings so gut wie nichts zu tun, auch wenn aus Maracas im Deutschen frechweg Rumbakugeln wurden. Einer der großen Hits der damaligen Zeit wurde Peanut Vendor (El Manisero) zuerst vom Orchester Don Azpiazu gespielt, 1947 dann von Stan Kenton. Die
Jazzmusiker entdeckten ihre Liebe für lateinamerikanische Musik in den
40er Jahren. 1947 nahm Dizzy Gillespie das Stück Manteca
auf. Dizzy wurde zu einem
der führenden Vertreter des Latin-Jazz.
Seine Arrangements verschmelzen Die
Geschichte der latin music ist eine Geschichte von Armut, Sklaverei und Vertreibung,
aber auch eine Geschichte von Widerstand und eines ungebrochenen Lebensmutes,
der sich in dieser Musik widerspiegelt.
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